Lärmschutz im Garten: Tipps für mehr Ruhe in der grünen Oase

Auch im Garten kann Lärmschutz unter Umständen wichtig sein (volokhatiuk/Depositphotos.com)
Auch im Garten kann Lärmschutz unter Umständen wichtig sein (volokhatiuk/Depositphotos.com)

Wer einen eigenen Garten zur Verfügung hat, kann sich glücklich schätzen. Die grüne Oase ist für viele Menschen ein idealer Rückzugsort und Platz der Ruhe und Entspannung. Hier kann man die Natur genießen und die Seele baumeln lassen.

Doch auch im Garten kann es leider zu ärgerlichen Lärmbelästigungen kommen, wodurch die wohlverdiente Ruhe massiv gestört wird. Häufige Lärmquellen sind lästiger Straßenverkehr und auch manchmal die lieben Nachbarn.

Doch zum Glück kann man dagegen etwas unternehmen.

In diesem Artikel stellen wir einige praktische Möglichkeiten für effektiven Lärmschutz im Garten vor.

Lärm und seine Auswirkungen

Lärm ist nicht nur unangenehm, sondern kann außerdem mit einigen negativen Auswirkungen auf die Gesundheit einhergehen. Laut der von der EU-finanzierten Studie QUIET belegen wissenschaftliche Daten, dass Verkehrslärm das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht.

Und auch das Umweltbundesamt schreibt in einem Artikel zum Thema Stressreaktionen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, dass die Frage nicht mehr lautet, ob Lärm krank macht, sondern in welchem Ausmaß.

Unabhängig davon ist jedem Gartennutzer ohnehin klar, dass Entspannung und Ruhe im Garten kaum möglich ist, wenn dieser ungeschützt an einer viel befahrenen Straße liegt.

Es gibt also viele triftige Gründe, um die Lärmbelastung im Garten möglichst niedrig zu halten.

Lärmschutz für den Garten – Welche Möglichkeiten haben wir?

Garten mit Mauer (volokhatiuk/Depositphotos.com)
Garten mit Mauer (volokhatiuk/Depositphotos.com)

Welche Möglichkeiten haben wir also, um uns im Garten vor Lärm zu schützen und unerwünschte Geräusche außen vor zu lassen?

In der Praxis haben sich insbesondere Schallschutzelemente wie Lärmschutzwände bewährt, die in unterschiedlichen Formen und aus verschiedenen Materialien angeboten werden.

Solche Lärmschutzelemente können die Lautstärke reduzieren, indem sie den Garten ein Stück weit abschirmen und so für mehr Ruhe sorgen. Außerdem kann man mit einigen einfachen Maßnahmen versuchen, von Lärm abzulenken.

Selbstverständlich können für noch bessere Ergebnisse beide Methoden miteinander kombiniert werden

Wie funktionieren Lärmschutzwände und aus welchem Material sind diese hergestellt?

Lärmschutzwände gibt es aus verschiedenen Materialien. Das jeweilige Material entscheidet darüber, ob der Schall von der Wand zurückgeworfen, oder absorbiert wird.

Lärmschutzwände aus Glas, Kunststoff, Aluminium und Beton haben eine glatte Oberfläche und werfen den darauf prallenden Schall daher zurück. Wände aus rauen und porösen Materialien, wie Holz, Ziegel und Gewebe nehmen den Schall auf.

Jedes Material hat seine individuellen Eigenschaften und bestimmte Vor- und Nachteile. Es gibt jedoch auch Lärmschutzwände mit einer Kombination aus verschiedenen Materialien.

Wenn Nachbarn gegenüber wohnen, sollte der Schall lieber absorbiert werden, da dieser sonst zum Nachbarn geworfen wird und sich dort der Lärmpegel unter Umständen um mehrere Dezibel (dB) erhöhen kann. Das könnte dann schnell für Ärger sorgen.

Ganz allgemein sind schallabsorbierende Baustoffe in den meisten Fällen die bessere Wahl.

Begrünte Schallschutzwände

Äußerst beliebt sind natürlich begrünte Schallschutzwände, da diese in jedem Garten eine gute Figur machen und sich harmonisch in das Gesamtbild einfügen.

Ein hervorragendes Beispiel für eine solche Wand ist die Rau Klimawand R3.

Das ist eine trapezförmige Stellwand, deren einzelne Elemente aus jeweils einem steckbaren Stahlkorb, mit einer Außenmatte aus Vlies und aufgesteppter Kokosfaser bestehen. Die Wand selber wird einfach mit Boden befüllt.

Nachdem die Wand aufgestellt ist, kann sie leicht mit Kletterpflanzen wie Efeu bepflanzt werden. Nach einiger Zeit sieht man von dem Stahlkonstrukt nicht mehr viel, sondern kann sich an einer dichten Wand aus grünen Kletterpflanzen erfreuen.

Die Wand selber ist schnell zu montieren, hat eine lange Lebensdauer und bietet höchste Schallschutzwerte.

Wie eine solche Lärmschutzwand aussieht und wie sie aufgebaut wird, sieht man im folgenden Video:

Gabionenwände

Sehr beliebt in Sachen Schallschutz sind auch Gabionenwände. Gabionen sind Körbe aus Metallgitter (Drahtkörbe), welche mit Steinen befüllt werden und den Schall aufnehmen.

Gabionen können nicht nur als Lärm-, sondern auch als Sichtschutz, sowie als Gartenzaun um das Grundstück herum verwendet werden. Ein Vorteil dieser Steinwände ist die relativ einfache Installation sowie die ansprechende Optik. Wer etwas handwerkliches Geschick mitbringt, kann eine Gabionenwand selber bauen.

Auch Gabionen können natürlich mit Kletterpflanzen begrünt werden.

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Übrigens: Wenn der Garten an einer befahrenen Straße liegt, dann sollte die jeweilige Lärmschutzwand grundsätzlich über die gesamte Länge, bzw. Grundstücksgrenze reichen, um einen möglichst effektiven Lärmschutz zu gewährleisten. Je höher und schwerer die Wand ist, desto effektiver.

Einige grundsätzliche Überlegungen zum Schallschutz

Bei allen Schallschutzwänden gelten die folgenden Grundsätze:

  • Je näher sich die Schallschutzwand an der Schallquelle befindet, desto besser ist der schalldämmende Effekt.
  • Je höher und schwerer die Lärmschutzwand ist, desto größer ist der schalldämmende Effekt.

Können auch Hecken für den Lärmschutz verwendet werden?

Sind Hecken für Schallschutz im Garten geeignet? (shippee/Depositphotos.com)
Sind Hecken für Schallschutz im Garten geeignet? (shippee/Depositphotos.com)

Nun könnte man sich natürlich fragen, ob der aufwendige Bau einer Lärmschutzwand tatsächlich nötig ist, oder ob es nicht auch einfach reichen würde, eine immergrüne Hecke stattdessen zu pflanzen.

Tatsächlich können laut einem Bericht des Fraunhofer Instituts für Bauphysik IBP Hecken bezüglich ihrer akustischen Wirkung grundsätzlich ähnlich wie herkömmliche Lärmschutzwände betrachtet werden.

Allerdings setz eine Dämmwirkung erst oberhalb ca. 1000 ‐ 2000 Hz ein. Im tiefen und mittleren Frequenzbereich bieten Hecken fast keine schalldämmende Wirkung.

In Bezug auf die menschlichen Hörwahrnehmung stellte sich laut diesem Bericht heraus, dass durch eine Hecke veränderte Verkehrsgeräusche als weniger lästig beurteilt wurden. Dabei kann natürlich auch ein psychologischer Faktor eine Rolle spielen, da die Grundstücksbegrenzung mit blickdichten Hecken das Gefühl eines gewissen Schutzes bietet.

Wer anstatt einer Schallschutzwand lieber eine Hecke zum Lärmschutz verwenden möchte, sollte sich auf jeden Fall den verlinkten Bericht anschauen. Denn dort wird beschrieben, wie eine Hecke beschaffen sein sollte, um einen möglichst hohen Schutz vor Lärm zu erzielen.

Allerdings sollte man nicht erwarten, dass Hecken und Gehölze in Sachen Schallschutz mit speziellen Lärmschutzwänden oder Gabionen konkurrieren können. Dazu sind diese ganz einfach nicht dicht genug.

Von Lärmquellen ablenken

Eine andere Möglichkeit, um im Garten für mehr Ruhe zu sorgen, ist das Ablenken von Lärmquellen. Dabei wird zwar nicht der einfallende Lärm an sich reduziert, aber es wird versucht, diesen gewissermaßen zu überdecken und so von ihm abzulenken. Auch das kann bereits für so einige Erleichterungen sorgen.

Mit folgenden Klängen wird versucht, von der Lärmquelle abzulenken:

Blätterrascheln

An einem heißen Sommertag gibt es kaum etwas Schöneres, als im eigenen Garten im kühlenden Schatten eines schönen Baums zu liegen. Aber nicht nur der Schatten spendende Effekt ist angenehm, sondern ebenfalls das leise und sehr angenehme Rascheln der Blätter im Wind.

Dieses Blätterrascheln lenkt unser Gehör außerdem von potenziellen Lärmquellen, wie etwas Straßenverkehr, ab. Daher sind Bäume ein Muss für jeden Garten und helfen indirekt dabei, von störenden Lärmquellen abzulenken.

Vogelgezwitscher

Ebenso wie das leise Blätterrascheln kann uns auch Vogelgezwitscher von Straßenlärm ablenken. Auch dafür sind Bäume im Garten wieder sehr hilfreich, da sich in deren dichtem Laub Vögel sehr wohlfühlen.

Auch Hecken, Sträucher und Gebüsche bieten verschiedenen Vogelarten einen wichtigen Lebensraum und sollten daher in keinem Garten fehlen.

Zudem können wir Vögel in unseren Garten locken, indem wir Nistkästen aufhängen, ein Vogelbad aufstellen und geeignetes Vogelfutter anbieten.

Wasserspiele

Wasserspiele wie Quellsteine, Sprudelsteine, Gartenbrunnen und Springbrunnen sehen nicht nur toll aus, sondern sorgen auch für ein entspannendes Plätschern im Garten und können auf diese Weise ganz wunderbar von unerwünschten Lärmquellen ablenken und für Entspannung sorgen.

Windspiele

Ebenfalls geeignet sich Windspiele, bzw. Klangspiele, die durch ihre beruhigenden Klänge begeistern und außerdem von lästigem Lärm ablenken können.

Mit den Nachbarn arrangieren

Ein Punkt, der beim Lärmschutz im Garten oft vergessen wird, ist das Verhältnis mit den Nachbarn. Denn wenn alle Nachbarn einen guten Umgang miteinander pflegen und aufeinander Rücksicht nehmen, dann lässt sich von vornherein so einiges an Lärm vermeiden.

So können etwa große Feiern und laute Arbeiten im Garten mit den Nachbarn abgesprochen werden. Verantwortungsvolle Nachbarn mähen auch nicht ausgerechnet dann den Rasen, wenn das Gegenüber gerade ganz entspannt im Garten liegt und ein Mittagsschläfchen hält.

Zu einem guten Verhältnis und mehr Ruhe können zusätzlich leise Gartengeräte, wie ein leiser Rasenmäher und ein leiser Laubbläser beitragen.

Wenn man ein gutes Verhältnis zu den Nachbarn pflegt, dann werden auch eventuell anfallende Baumaßnahmen, wie eine Lärmschutzwand oder eine neue Begrünung an der Grundstücksgrenze, nicht gleich zu einem unlösbaren Streitfall.

Ein gutes nachbarschaftliches Verhältnis ist Gold wert und hat für alle Beteiligten nur Vorteile.

Baugenehmigungen, Vorschriften und Richtlinien

Bevor es um die Umsetzung der geplanten Einfriedung geht, sollte man sich beim Bauamt der jeweiligen Stadt oder Gemeinde erkundigen, welche rechtlichen Vorschriften und Richtlinien bei der Errichtung einer Lärmschutzwand gelten. Die Bauverordnung kann von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich ausfallen.

Dabei geht es zum Beispiel um Fragen nach der erlaubten Höhe und dem Abstand zur Grundstücksgrenze. Je nach geplanter Ausführung kann es sein, dass für ein solches Vorhaben eine Baugenehmigung benötigt wird.

Vor dem Start sollte aber nicht nur mit der Baubehörde Kontakt aufgenommen werden, sondern auch mit den Nachbarn. Bei einem persönlichen Gespräch kann das geplante Vorhaben besprochen und eventuelle Vorbehalte berücksichtigt werden.

Tatsächlich können bei der Einfriedung Rechtsfragen zu Zivilrecht, Nachbarrecht, Baurecht und sogar Strafrecht aufkommen. Daher sollten die rechtlichen Fragen nicht auf die leichte Schulter genommen und gründlich geprüft werden.

Ist alles hinreichend geklärt, steht dem Start des Projekts nichts mehr im Wege.

Letzte Aktualisierung am 26.06.2022 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API